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Vor und hinter den Kulissen in Ras Al Khaimah

von Klaus Hildebrandt, 10.12.2017, 11:00

Die DRV-Tagung in Ras Al Khaimah war ein Erfolg. Abseits der großen Bühne und der Pressekonferenzen ging es um viele Dinge, von der Türkei bis JT Touristik – und einen Star des Abends.

fvw Chefredakteur Klaus Hildebrandt
Foto: fvw

Es waren in den Vorjahren schon mal deutlich mehr Touristiker als die gut 600, die sich zur Jahrestagung des Reiseverbands aufmachten. Doch diejenigen, die in Ras Al Khaimah mit dabei waren, haben ihre Reise nicht bereut. Dazu trugen schon allein die Rahmenbedingungen bei: herrlich warmes Wetter mit Sonnenschein, gute Organisation durch den DRV und die FTI-Agentur Meeting Point, perfekte Abendveranstaltungen in den Hotels mit dem krönenden Abschlussabend von Thomas Cook in der Wüste.

Auch das Tagungsprogramm konnte sich sehen lassen. DRV-Präsident Norbert Fiebig sprach in seiner Keynote alle wichtigen Punkte an, von der Urlaubssteuer bis zur Pauschalreise-Richtlinie. Der frühere „Bild“-Chef und Silicon-Valley-Fan Kai Diekmann und Amadeus-Managerin Monika Wiederhold rüttelten zur Digitalisierung wach und Abenteurer Arved Fuchs warnte eindringlich vor den Folgen des Klimawandels – auch wenn die Emirate mit ihrem riesigen Energieverbrauch dafür vielleicht nicht der richtige Ort sind.

Zur entspannten Atmosphäre trug bei, dass das Geschäft ordentlich läuft. Im abgelaufenen Touristikjahr verzeichnen Veranstalter und Reisebüros Zuwächse, die Winterbuchungen liegen laut GfK über Vorjahr, selbst die Türkei-Vorausbuchungen ziehen nach zwei stark rückläufigen Jahren wieder an. Auf fvw.de finden Sie die wichtigsten Nachrichten und Bildergalerien mit Eindrücken von der Tagung.

Doch das offizielle Programm ist immer nur eine Facette. Viele Teilnehmer kommen vor allem für den Austausch. Worüber also wurde in den Pausen und bei den Abendveranstaltungen geredet? Hier meine subjektiven Eindrücke:

1. Der DRV präsentierte noch keinen Tagungsort fürs kommende Jahr. Offiziell steht der Beschluss, 2018 die um ein Jahr verschobene Tagung in Kusadasi nachzuholen. Doch seit Monaten wird im Verband diskutiert. Über Alternativziele wie Malta und Tunesien wurde viel getuschelt. Viele Mitglieder, so war zu hören, hätten sich von der Vorstandssitzung ein klares Signal erwartet, denn spätestens nach dem Auftritt von FTI-Chef Dietmar Gunz auf der Hoteltagung in Antalya schwant auch den türkischen Hoteliers, dass es wohl auf eine Absage hinauslaufen könnte. Die Stimmung in Ras Al Khaimah war nach wie vor geteilt: Eine Türkei-Tagung gehe nicht, sagen die einen. Es sei zu befürchten, dass nur wenige Mitglieder mitfahren und auch die Presse, die der Verband für seine politischen Forderungen braucht, weitgehend fernbleibt. Die Befürworter einer Türkei-Tagung verweisen darauf, dass man die guten Kontakte zu den Geschäftspartnern pflegen müsse und schließlich immer noch Millionen Urlauber in das Land bringe. Außerdem ist gerade die türkische Ägäis die Hochburg der Erdogan-Gegner.

2. Die Insolvenz von JT Touristik, einer der großen Emirate-Veranstalter, bewegte nach wie vor die Gemüter. Jasmin Taylor war aus verständlichen Gründen nicht vor Ort. Die fvw-Exklusivmeldung über das Interesse von Lidl an dem Berliner Unternehmen wurde viel diskutiert. Macht das für den Discounter Sinn? Was ist mit dem zweiten Bieter im Rennen? Wie geht es in Berlin weiter? Die pinkfarbene Story ist noch nicht zu Ende.

3. Sehr aufmerksam wahrgenommen wurde, dass das Management von Marktführer TUI sich erneut sehr rar machte. In der Säule B der konzerngebundenen Reisemittler konnte mangels eines Vertreters aus Hannover nicht einmal ein Nachfolger für den ausgeschiedenen TUI-Vertriebsmann Oliver Beck bestimmt werden. Tagungsveteranen erinnerten sich in diesem Zusammenhang, dass einst der TUI-Abend mit Begrüßung durch den gesamten Vorstand ein festes Ritual war. Diesmal stand die Führungsriege von Thomas Cook am letzten Abend Spalier.

4. Last but not least: Star des Abschlußabends war Scheich Saud bin Saqr Al-Quasimi. Der Herrscher von Ras Al Khaimah zog mit großem Tamtam ein, präsentierte sich dann aber als nahbarer und charmanter Gastgeber – und ließ sich bereitwillig mit vielen deutschen Touristikern fotografieren.

5. Für mich persönlich war Ras Al Khaimah die 25. Jahrestagung, 1992 in Barcelona hatte ich meine DRV-Premiere. Wichtigstes Thema war damals übrigens die Einführung der ersten EU-Pauschalreise-Richtlinie. Manche Dinge ändern sich eben nie.

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